Deutsch | English

The Work Coach – Heinz Meisnitzer


The Work™

The Work of Byron Katie ist ein wirkungsvoller Weg, Stress erzeugende, belastende Gedanken zu identifizieren und zu hinterfragen.

Einleitung

Nach oben

Mithilfe von The Work lernen wir, stresserzeugenden Gedanken und Konzepten mit Verständnis zu begegnen und unseren Verstand für eine größere, umfassende Wahrheit zu öffnen. Dieser Prozess ist sehr einfach und kraftvoll und jeder Mensch, der die Wahrheit wissen will, kann ihn erleben. Die Methode besteht lediglich aus vier Fragen und der Beschäftigung mit den logischen Umkehrungen eines Gedankens. Ihre Kraft entfaltet The Work allein durch die Antworten, die in Dir auftauchen.

Viele Menschen kennen verschiedene Arten von Stress und Leid: der tägliche Ärger auf der Arbeitsstelle, Konflikte mit dem Partner oder in der Familie, der Verlust eines geliebten Menschen oder endlose Selbstvorwürfe, mit denen wir uns selbst im Weg stehen. In dem Versuch, unsere Gefühle zu verändern, greifen wir dann zu Dingen, die außerhalb unserer selbst liegen (Alkohol, Arbeit, Sex, Essen, Drogen etc.), um vorübergehend Erleichterung zu finden.

Dabei könnte alles viel einfacher sein. Denn was auch immer uns ein schlechtes Gefühl bereitet, entsteht allein dadurch, dass wir einen Gedanken glauben, der mit der Wirklichkeit im Widerspruch steht. Ohne den Gedanken gäbe es keinen Konflikt und daher kein Leid. Häufig können wir den Gedanken aber nicht einfach loslassen. Er ist nun mal da. The Work hilft uns dabei, unsere Gedanken zu überprüfen und zu erkennen, dass auch alle „Gegenteile“ eines Gedankens wahr sind. Auf diese Weise finden wir zurück zu einem inneren Gleichgewicht und zu einem Leben in Einklang mit der Wirklichkeit. Wenn wir uns mit The Work auf die Suche nach der Wahrheit machen, müssen nicht wir den Gedanken loslassen. Vielmehr lässt der Gedanke uns los!

Chaos entsteht, wenn wir an einem Konzept festhalten, das uns so lange als wahr erscheint, bis wir es untersuchen. Ein einziger stressvoller Gedanke, der nicht untersucht wird, kann immer neue einschränkende Überzeugungen und Konzepte hervorbringen. Und unsere innere Verteidigung wird zum hoffnungslosen Versuch, etwas zu kontrollieren, was nicht kontrolliert werden kann und was uns niemals Frieden bringen wird.

Wenn wir einen belastenden Gedanken haben und ihn mit The Work untersuchen, können wir feststellen, dass Ordnung anstelle von Chaos tritt und dass sich Gefühle verändern können. The Work of Byron Katie ist eine Einladung, sich auf ein unangenehmes Gefühl zu freuen, Klarheit durch die Untersuchung zu finden und dem eigenen Unbehagen mit Verständnis zu begegnen. Das einzige, was wir brauchen, um zu Harmonie und Zufriedenheit zurückzukehren, sind ein offener Verstand und die Bereitschaft, die vier Fragen zu beantworten.

So kannst Du beginnen

Nach oben

Finde zunächst eine Situation, in der Du Stress, Ärger, Wut oder Frustration erlebst. Das kann gerade eben passiert sein oder weit zurückliegen und bis in deine Kindheit führen. Fülle zunächst das Arbeitsblatt „Urteile über Deinen Nächsten“ (zu finden in Downloads) aus und schreibe dort Deine Gedanken und Urteile nieder. Du kannst genauso über Personen urteilen, die nicht mehr am Leben bzw. in ihrem Körper sind, wie über Organisationen, Gott, das Leben, die Welt und abstrakte Dinge. Sei dabei nicht spirituell oder weise. Dieses Arbeitsblatt ist die Einladung, kleinlich und verurteilend zu sein und den Gedanken auf dem Papier freien Lauf zu lassen.

Anschließend begegnest Du den Gedanken, die Du aufgeschrieben hast, mit den vier Fragen von The Work. Finde dann die möglichen Umkehrungen für den Gedanken und prüfe für Dich, ob das Gegenteil genauso wahr oder sogar wahrer sein könnte wie der Ursprungsgedanke. Dabei ist nicht von Belang, welche Meinung andere über die Situation oder den betreffenden Menschen haben, sondern was in diesem Moment in Dir als Wahrheit zum Vorschein kommt.

Die 4 Fragen von The Work lauten:

Nach oben

  1. Ist das wahr?
  2. Kannst Du absolut sicher wissen, dass es wahr ist?
  3. Wie reagierst Du, wenn Du den Gedanken glaubst?
  4. Wer wärst Du ohne den Gedanken?

Mögliche Umkehrungen:

  • Umkehrung zu mir
  • Umkehrung zum Anderen
  • Umkehrung ins Gegenteil

Ein Beispiel aus meiner Praxis mit The Work

Die Situation:

Nach oben

Ich versuche an meinem Computer ein selbst verursachtes Problem zu lösen und schaffe es nicht. Meine Frau will an meinem Computer arbeiten und beschuldigt mich, ihre Arbeit zu blockieren.

Ein stressvoller Gedanke taucht auf:

Meine Frau sollte mich nicht beschuldigen“

Frage 1:
Ist das wahr?

Bei der Beantwortung dieser Frage entscheide Dich für ein Ja oder ein Nein. Beide Antworten sind gleich gut. Es geht dabei nicht um richtig oder falsch, sondern darum, was Deine Wahrheit in diesem Moment ist.

In meiner Beispielsituation ist es ein Ja. Meine Gefühle sagen mir, dass es wahr ist für mich. Sie gibt mir die Schuld an ihrem Stress und ich sehe mich als unschuldig daran.

Solltest Du Frage 1 mit Nein beantworten, gehe gleich zu Frage 3 weiter.

Frage 2:
Kannst Du absolut sicher wissen, dass es wahr ist?

Auch bei dieser Frage entscheide Dich bei der Beantwortung für ein Ja oder Nein. In meiner Situation fühle ich mich so im Recht, dass ich wirklich glaube, dass sie mich nicht beschuldigen sollte. Das ist meine Wahrheit in diesem Moment.

Frage 3:
Wie reagierst Du, wenn Du den Gedanken glaubst?

Wie reagiere ich, wenn ich den Gedanken glaube, dass sie mich nicht beschuldigen sollte und dennoch tut sie es? Welche Gefühle tauchen auf und wo im Körper fühle ich das? Wie behandle ich sie in der Situation und wie gehe ich mit mir selbst um? Wie lebe ich mein Leben, während ich diesen Gedanken glaube?

In meiner Situation verschließe ich mich. Ich mache dicht und beginne, mich zu verteidigen und zu rechtfertigen. Ich werde wütend, sehr wütend und zornig. Ich mache ihr heftige Vorwürfe. Ich höre ihr nicht mehr zu. Mein Körper ist angespannt, meine Brust eng und in meinem Bauch fühlt es sich an, als würde mich eine eiserne Faust festhalten. Ich fange auch an zu schreien. Ich bekomme Bauchkrämpfe. Ich werde ihr gegenüber verletzend, beschimpfe sie. Ich bin im Krieg. Dann ziehe ich mich grollend zurück, isoliere mich total und schweige. Ich vergifte damit mich selbst, fühle mich einsam und hoffnungslos. Ich fühle mich auch schuldig und stecke fest. Ich ärgere mich über mich selbst. Ich beschimpfe mich selbst. (Andere Gedanken tauchen auf: Sie ist nicht die richtige Frau für mich. Mit einer anderen Frau wäre ich glücklich. Ich bin ein Idiot). In meiner Vorstellung sehe ich sie als meinen Feind. In Gedanken verlasse ich sie und phantasiere mich in eine glücklichere Beziehung mit einer anderen Frau.

Frage 4:
Wer wärst Du ohne den Gedanken?

Die Situation ist dieselbe. Nichts ist anders, aber ich stelle mir vor, dass ich den Gedanken nicht glauben kann, und sei es nur für diesen einen kurzen Moment. Wie behandle ich meine Frau anders? Wie fühlt sich das an? Was sehe ich, wenn ich genau hinsehe ohne meine Geschichte über sie?
In meiner Situation, sehe ich eine verzweifelte Frau, die gerade frustriert ist. Ich bleibe bei mir. Ich fühle mich nicht angegriffen. Ich würde erkennen, dass sie einen Prozess erlebt, der mit mir nichts zu tun hat. Sie erlebt ihre Emotionen und ich könnte sie trösten. Ich fühle mich erwachsen, stark und voller Mitgefühl. Ohne den Gedanken würde ich sie in den Arm nehmen. Ich verstehe sie und ich habe Verständnis für mich selbst. Ich sehe, wie unschuldig wir beide sind in dieser Situation. Und ich spüre, dass ich sie liebe. Ich könnte ihr sagen, wie recht sie doch hat. Das fühlt sich sehr frei an.

Umkehrungen:
1. Ich sollte mich nicht beschuldigen. (Umkehrung zu mir)

Wie ist das genauso wahr oder wahrer als der ursprüngliche Gedanke, dass sie mich nicht beschuldigen sollte.

  1. In meiner Situation sollte ich mich nicht dafür beschuldigen, dass ich das Problem mit dem Computer nicht beheben konnte. Ich gehe auf mich selbst los. Das sollte ich nicht.
  2. Ich beschuldige mich dafür, sie unglücklich zu machen.
  3. Und in dem Moment, wenn ich glaube, sie beschuldigt mich, nehme ich ihre Worte und ich beschuldige mich dafür, dass ich nicht fähig bin, anders zu reagieren als mit Streit und Kampf. Kann ich damit aufhören?
2. Ich sollte sie nicht beschuldigen (Umkehrung zum anderen)

Wie ist das genauso wahr oder wahrer als der ursprüngliche Gedanke?

  1. Ich sollte sie nicht dafür beschuldigen, dass ich mich schlecht fühle in dem Moment, wo sie mich beschuldigt. Ich könnte ja auch hinhören und sehen, wo sie recht hat. In meiner Situation hatte sie recht, dass ich unbedacht versucht habe, den Computer selbst in Ordnung zu bringen, ohne wirklich Ahnung davon zu haben.
  2. Ich sollte sie nicht kritisieren für ihre Emotionalität. Ich bin nicht besser als sie in der Situation.
  3. Ich sollte sie nicht beschuldigen, weil ich sonst nicht mehr höre, was sie sagt. Ich sollte sie nicht kritisieren dafür, dass sie zeigt, wie es gerade in ihr aussieht. Sie sagt, dass sie dadurch jetzt aufgehalten ist und damit Stress hat. Ihr verständnisvoll zuzuhören, ist das, was ich mir ja von ihr wünsche. Ich könnte als gutes Beispiel vorangehen.
3. Sie sollte mich beschuldigen (Umkehrung ins Gegenteil)

Warum ist das genauso wahr oder wahrer?

  1. Sie sollte mich beschuldigen, damit ich lerne, den Computer das nächste Mal in professionelle Hände zu geben.
  2. Sie sollte mich beschuldigen, weil ich so erfahre, was für sie wichtig ist und wie sie die Welt und mich sieht. Ich erfahre, wie es in ihr gerade aussieht und wie sie sich fühlt, nämlich dass sie gerade verzweifelt ist und dass es ihr wichtig ist, jetzt ihre Arbeit am Computer fortzusetzen.
  3. Sie sollte mich beschuldigen, damit ich bemerke, wo ich mich selbst beschuldige (den Computer nicht zum Fachmann gebracht zu haben) und damit aufhören kann. Ich kann ihr geradezu dankbar dafür sein.

Wann The Work™ nicht funktioniert:

Nach oben

The Work™ funktioniert nicht, wenn wir die Fragen nicht oder nicht ehrlich beantworten. Wenn wir uns rechtfertigen und recht haben wollen (weil, …), werden wir mit The Work keinen Frieden finden. Es ist leicht, Beweise zu finden, dass wir recht haben, darin ist der Verstand sehr gut. Das hat uns jedoch noch nie wirklich glücklich gemacht.

The Work funktioniert auch nicht, wenn wir ein anderes Motiv haben als die Liebe zur Wahrheit, zum Beispiel wenn wir versuchen, die Gefühle, die Situation oder einen anderen Menschen zu ändern. Dann kommen die Antworten aus diesem Motiv heraus und sind nicht mehr jene Wahrheit, die in uns aufsteigt und erfahrbar wird, wenn wir uns ohne Erwartung – ohne zu wissen – in diesen Prozess der Untersuchung begeben.